Multizentrische Studie zur Wirksamkeit des Antibiotikums Minocyclin als neue therapeutische Strategie bei therapieresistenter Depression (SP6)


Leiterin: Prof. Dr. Isabella Heuser
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie, Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin
Tel.: 030 450-517522 oder -517501
FKZ: 01EE1401F
Betrag: 994.234 EUR
Laufzeit: 01.02.2015 – 31.01.2019

In den letzten Jahren vermehren sich die Hinweise, dass entzündliche Prozesse eine der zentralen neurobiologischen Grundlagen der depressiven Pathogenese darstellen. So sind z.B. entzündliche Marker bei Patienten mit Depressionen im Vergleich zu Gesunden wesentlich erhöht. Diese entzündlichen Prozesse stellen daher ein vielversprechendes Angriffsziel für neue therapeutische Optionen dar.
Das Antibiotikum Minocyclin zeigt neben seiner antibiotischen Wirkung neuroprotektive und anti-entzündliche Effekte. Die systematische Evaluation einer augmentativen antidepressiven Wirksamkeit dieser pleiotropen Effekte des Minocyclins bei Patienten mit unipolarer Depression, die unter einer leitliniengerechten konventionellen antidepressiven Pharmakotherapie keine Besserung zeigen zu untersuchen, ist das Ziel des SP 6.
Untersucht wird der Effekt von Minocyclin bei therapierefraktärer Depression im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten Studie, die deutschlandweit in 6 Zentren durchgeführt wird. Die Prüfzentren sind: Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin in Göttingen, Psychiatrische Klinik der LMU München, das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bezirksklinikum Regensburg und die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin der Charité, Universitätsmedizin Berlin, von wo aus die Studie geleitet wird. Insgesamt werden 160 Patienten mit therapierefraktärer Depression an der Studie teilnehmen. Neben einer konventionellen antidepressiven Therapie mit einem der Antidepressiva Es/-Citalopram, Venlafaxin oder Mirtazapin erhält die Hälfte der Patienten Minocyclin, die andere Hälfte ein Placebopräperat. Die Dauer der Studie beträgt 6 Wochen. In wöchentlichen Terminen werden Untersuchungen der Patienten sowie Erhebungen der depressiven Symptomatik mittels verschiedener Fragebögen vorgenommen.
Kooperationen sind mit dem SP 5 zur Messung der Emotionsregulation mittels einer funktionellen Kernspintomographie sowie mit dem SP 3 zur Untersuchung der Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms bei depressiven Patienten geplant.