Relevanz der Zusammensetzung des Dickdarmmikrobioms für Subtypen depressiver Erkrankungen, das Ansprechen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Antidepressiva-Therapie (SP3)


Leiter: Prof. Dr. Thomas C. Baghai
Universität Regensburg, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsstr. 84, 93053 Regensburg
Tel.: 0941 941-1012
FKZ: 01EE1401B
Betrag: 1.005.571 EUR
Laufzeit: 01.02.2015 – 31.01.2019

Die Dickdarmbakterienflora (Dickdarm-Mikrobiom) beeinflusst im Tierversuch (Nagetiere) die Funktionsweise des Gehirns und die Stressregulation. Es ist nicht bekannt, ob das Dickdarm-Mikrobiom bei depressiven Patienten verändert ist oder ob es durch eine antidepressive Pharmakotherapie beeinflusst wird. Die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms wird daher zunächst in geeigneten Tiermodellen für Stress und Depression sowie nach Gabe verschiedener Antidepressiva(klassen) beschrieben. Zudem wird die Zusammensetzung des Dickdarm-Mikrobioms bei depressiven Patienten vor und während einer antidepressiven Pharmakotherapie mit verschiedenen Wirkstoffen untersucht. Dieses Projekt wird zeigen, ob das Dickdarm-Mikrobiom bei Depressionen verändert ist, ob es durch die Behandlung mit Antidepressiva (AD) beeinflusst wird und ob es in Zusammenhang mit erwünschten und unerwünschten Wirkungen einer antidepressiven Pharmakotherapie in Beziehung steht. Im TP 3 wird das Mikrobiom von Tiermodellen aus Angst- und Depressionsmodellen und die Verbindung zu genetisch determinierter Depression, Angst und Stressreaktion untersucht. Untersucht werden die Effekte einer 3-wöchigen Gabe verschiedener AD. 60 Patienten aus TP4a werden klinisch charakterisiert und ihr Dickdarm-Mikrobiom sequenziert. Je 20 Patienten werden mit verschiedenen AD behandelt, die Untersuchungen werden nach einer und nach fünf Wochen wiederholt und zu denen von 20 nach Alter und Geschlecht verleichbaren Kontrollpersonen in Beziehung gesetzt. Analog werden in Kooperation mit TP6 je 20 mit Minocyclin oder Plazebo behandelte Patienten untersucht. Die Sphingolipid-Zusammensetzung im Blut der genannten Patienten wird in Kooperation mit TP2 untersucht. Ebenso wird eine funktionelle Kernspintomographie zur Messung der Emotionsregulation in Kooperation mit TP5 durchgeführt.